Self Checkout – ein völlig falscher Ansatz

Self Checkout. Foto©Achim Munck

Self Checkout. Foto©Achim Munck

Die Studie der RBR aus dem Jahr 2013 erwartete noch eine Zunahme der Neuinstallationen von 23.100 Self Checkout Stationen in 2009, über 26.800 in 2013, 46.200 in 2016 und 58.600 in 2018. – W E L T W E I T ! Die Zahlen von 2009 bis 2013 sind echte Installationen, der Rest war der Forecast. Eine Studie des Unternehmens Researchandmarkets ebenfalls aus 2013 erwartete eine Steigerung von 15% pro Jahr zwischen 2012 und 2016, das wäre eine etwas schnellere Zunahme. Aber sind wir einmal ehrlich, gut 300.000 dieser automatischen Kassen weltweit sind nun wahrlich armselig. Die erste Self Checkout Lösung wurde 1992 im Price Chopper Supermarket in New York  installiert. Mittlerweile sind 23 Jahre vergangen. Eine Erfolgsstory sieht anders aus. Alleine in Deutschland gibt es über 1,5 Millionen Kassen. Dagegen stehen rund 1000 Self Checkout Systeme, weniger als 1 Promille. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es über 60.000 Geldausgabeautomaten, weltweit ca. 2,3 Millionen und alle sechs Minuten wird ein weiterer GAA installiert. Jedes seriös agierende Unternehmen würde bei diesem geringen Marktanteil der Self Checkout Kassen nach so langer Einführungsphase das Produkt einstellen. Die wenigen Anbieter bleiben wohl nur deshalb bei der Stange, da jeder zwischen 5.000 und 10.000 Systeme pro Jahr verkauft.

Die Süddeutsche Zeitung und die Wirtschaftswoche berichten aufgrund einer Studie des EHI, warum die Menschen in Deutschland die neue Technik so zögerlich annehmen. Dazu einige Gedanken:

  • Self Checkout widerspricht der normalen Erwartungshaltung an ein Einkaufserlebnis: Ich suche mir eine Ware aus, bekomme eine Rechnung und bezahle. Beim Self Checkout muss ich quasi meine Rechnung selbst erstellen. Das verstehen die Menschen nicht.
  • Der Laden misstraut mir, das muss ich mir nicht bieten lassen. In das Checkout System sind eine Reihe von Überprüfungen eingebaut, die verhindern, dass ich klauen kann. Und das aus guten Grund, es gehen den Geschäften Millionenbeträge am Self Checkout verloren.
  • Der Einkauf wird völlig unpersönlich. Im Laden sind kaum Menschen, an der Kasse bald auch keiner mehr, man fühlt sich als Automat unter Automaten. Dann lieber (kurz) anstehen. Alternativ kann man ja alles im WEB bestellen. Selbst da bekommt man die Rechnung geliefert und muss sie nicht selbst erzeugen.
  • Die Deutschen sind Barzahler, die Terminals funktionieren am besten mit Karte….
  • Wenn man das Bild sieht, wundert es nicht. Hier blickt niemand durch.

Wenn die Geschäfte automatisieren wollen, dann empfehle ich, den Bezahlvorgang an den Kassen  zu automatisieren. Hier liegt sehr großes Einsparungspotential verborgen und es hat gegenüber der reinen SB Kasse große Vorteile, was die Kundenakzeptanz betrifft.

  • Das Einscannen geht schnell, wie bisher
  • Kein Misstrauen, also weiter wie bisher
  • Mensch-Mensch Schnittstelle
  • Barzahlung geht weiterhin schneller als mit Karte.

Lösungen für die automatisierte Kasse gibt es auf www.camcco.de

Ihre Bewertung des Beitrags
[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *