Fernsehsender gehackt … das ist noch harmlos

Matrix ScreenEin großer Aufschrei geht durch die Lande, weil der IS oder wer auch immer mit Hilfe professioneller Hacker den Sender TV5 Monde und seine sozialen Medien gehackt hat. Und alle freuen sich, dass es nur einen Fernsehkanal erwischt hat. Welches Unternehmen ist denn wirklich sicher, dass kriminelle Elemente gleich welcher Couleur nicht schon in das Allerheiligste eingedrungen sind? Namhafte Unternehmen wie Sony, eBay, Dropbox, etc. wurden im letzten Jahr Opfer von Hackern. Dieser Bericht der FAZ schreibt von 4,5 Milliarden geklauten Benutzerdaten. Wer sagt denn, dass die Hacker nicht schon in den kritischen Bereichen der Unternehmenssoftware waren und nur auf einen günstigen Moment zum Losschlagen warten? Physikalische Einbrüche kann man leicht feststellen, wie der Osterüberfall auf die supersicheren Tresore der Londoner Diamantenhändler. Digitale Einbrüche sieht man meist nicht. Und wenn ein Einbruch „rauskommt“ findet man mehr Beruhigungspillen in den Medien, als echte Aufklärung.

Es gab vor ca. 10 Jahren ein tolles Buch: Stealing The Network – How To Own A Continent. Auf Deutsch hieß es: Hacker Connection – Die Eroberung eines Kontinents”. Wenn man das gelesen hat, ist man geneigt, seine paar Kröten wieder unter das Kopfkissen zu legen. Es wird nicht eine, sondern es werden zwanzig verschiedene Methoden beschrieben in Systeme, angefangen vom PC, über Server, drahtlose und drahtgebende Netzwerke einzudringen. Alles echte und erprobte „Lösungen“. Wer jetzt behauptet, die Systeme seien besser geworden, hat nichts verstanden denn die Hacker sind noch viel besser geworden. Wenn davon nichts funktioniert, ziehen die Hacker die Trumpfkarte: Social Hacking. Man erschleicht sich das Vertrauen einer/s Mitarbeiters und entlockt die Zugangsdaten. Das läuft immer und unabhängig davon, wie gut die Zugänge gesichert sind.

Was muss getan werden?

  • Digitale Sicherheit muss überall Chefsache werden. Mit persönlicher Verantwortung. Es muss oben richtig weh tun, wenn unten einer hackt.
  • Die besten Hacker einstellen, auf das eigene System loslassen und sehr gut bezahlen. Die Jungs sind käuflich, sonst würden sie nicht den Kriminellen vom IS helfen.
  • Die eigenen Mitarbeiter nicht drangsalieren, sondern motivieren. Hier ist heute bei den meisten Konzernen die größte Gefahr, weil Menschen, die sich schlecht behandelt fühlen auf die Sicherheit pfeifen.

Ich bin mal gespannt auf die nächste Panikattacke…und ob sich in den Köpfen etwas tut.

Update: Dies wird gerade gemeldet, ohne Kommentar:

Lufthansa-Kunden sind in den vergangenen Wochen vereinzelt Opfer von Cyber-Angriffen geworden. Kriminellen sei es durch die Benutzung sogenannter Botnetze gelungen, sich in einigen Fällen in Kundenprofile von LH.com-Benutzern einzuloggen, sagte ein Sprecher der Lufthansa und bestätigte einen Bericht des „Spiegel“. Es gebe aber keine Sicherheitslücke auf den Webseiten der Airline, betonte der Sprecher.

 

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