Anti Bargeld Hype

Bargeldverbot. Grafik©Achim Munck

Bargeldverbot. Grafik©Achim Munck

Bargeld, als Thema meist totgeschwiegen, steht plötzlich in der Berichterstattung und besonders in der Kommentierung ganz weit oben.

Ja ist denn schon Sommerloch? Gibt es sonst nichts zu berichten?

Anscheinend:

  • Weselsky – gezähmt
  • NSU – kein Fortschritt und nichts neues
  • NSA – war nicht anders zu erwarten
  • BND – kratzt den Bürger im täglichen Leben nicht
  • IS – zu weit weg (noch)
  • Flüchtlinge – Alltag
  • Merkel – gähn

 

Da bietet es sich doch an, das alltägliche Zahlungsmittel fast aller Deutschen ein bisschen abzuschaffen. Das schafft Aufmerksamkeit und viele angebliche Spezialisten können mitreden ohne wirklich Schaden anzurichten.

Bargeld per Gesetz in einem Land oder selbst in EURO Land abzuschaffen geht nicht. Basta. Nur drei Punkte.

  • Bargeld ist das einzige vertrauenswürdige Zahlungsmittel, da nur das Bargeld eine Forderung an die Zentralbank darstellt. Alles andere Geld auf Konten, Kreditkarten, Fonds, Aktien, Lebensversicherungen etc. ist bei privaten und damit mehr oder weniger insolvenzgefährdeten „Firmen“ als Bits und Bytes geparkt. Es ist im Ernstfall nichts wert.
  • Bargeld nur in einem Land abzuschaffen um Schwarzgeld zu bekämpfen? Lachhaft. Wenn, dann weltweit, in allen Ländern. Herzlichen Glückwunsch, eine Jahrtausendaufgabe. Das Geschwätz von der 500 EUR Note als bevorzugter Schwarzgeldnote, hieße ja im Umkehrschluss, dass in Pfund, Franken oder Dollar keine kriminellen Geschäft getätigt werden. (Die kriminellen Machenschaften mancher Großbanken, die durch Manipulation des Libor Kurses Milliarden verdient haben, funktioniert auch ohne 500 EUR Schein)
  • Bargeld ist die einzige sichere Bezahlmethode, Geld gegen Ware. Einfach, schnell und un-hack-bar. Die paar EURO Falschgeld, lachhaft wenig. Betrug durch Hacker, Phisher, etc. auf Privat- und Kreditkartenkonten ist mehrfach schädlicher, wird aber unter den Teppich gekehrt, um die unbaren Methoden besser aussehen zu lassen, als sie tatsächlich sind. Es gibt nicht ansatzweise eine ähnlich sichere Methode wie Bezahlen mit Bargeld. (Jaaaa, die weltweiten Warenströme und die (meist ungedeckten) Geldströme stellen einen vielfach höheren Wert dar, als das bisschen Bargeld.  Jaaaa, und es geht in diesem Bereich verhältnismäßig wenig schief. Trotzdem hat derjenige das Risiko, der gute Waren liefert und mit einer Forderung an eine private Firma=Bank bezahlt wird.)

Das alles wissen die Bargeldgegner. Warum schreiben sie solch unhaltbares Zeug? Da kann ich nur mutmaßen. Man nutzt ein Thema, das in der Bevölkerung emotionalisiert werden kann, um sein eigenes Ego zu polieren, um in Talkshows eingeladen zu werden, um vielleicht ein Buch zu promoten oder sich für einen neuen Job interessant zu machen.

Bargeld bleibt. Es wird weniger. Das ist aber die Entscheidung jedes einzelnen. Das Verbot eines solch weitreichenden in das tägliche Leben jedes Menschen eingebundenen Mediums, führt unweigerlich zu einer völlig unkontrollierbaren und kriminellen Schattenwirtschaft mit eigenem Geld und eigenen Gesetzen. Das kann niemand wirklich wollen.

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