Brauchen wir weniger Bankfilialen?

volksbank

Filiale eines Geldinstituts

Nein, wir brauchen weniger Banken.

Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und gleichzeitig ansteigender Regulierungskosten gewännen die Filialschließungen bei den Volks- und Raiffeisenbanken an Fahrt, so Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Gleichzeitig verkündet er ein konsolidiertes Ergebnis aller genossenschaftlichen Institute von 10,7 Milliarden Euro vor Steuern bei einer Bilanzsumme von 788 Milliarden Euro. Zum Vergleich war der Gewinn der Deutschen Bank vor Steuern in 2014 3,1 Milliarden Euro bei einer Bilanzsumme von 1,6 Billionen Euro. Die Sparkassenfinanzgruppe verdiente 2013 4,9 Milliarden Euro bei einer Bilanzsumme von 2,2 Billionen Euro (2014 liegt noch nicht vor). Nun kann man insbesondere die Deutsche Bank nicht mit den Geno-Banken und den Sparkassen vergleichen, aber die reinen Zahlen sagen, dass die Genossen am besten verdienen. Trotzdem will man „mit aller unternehmerischen Kraft an der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten“. Das heißt im wesentlichen man will Filialen schließen. Quellen sprechen von 10 bis 20, manche von bis zu 30 %, das wären 4.000 Filialen, die in den kommenden 3..5 Jahren wegfallen. Gerade die Filialdichte der Genobanken ist doch eine ihrer Stärken. Die Sparkassen haben ihr Netz in den letzten Jahren immer stärker ausgedünnt und sind am Ende weniger erfolgreich. Die Großbanken schließen weiterhin in großen Stil ihre Geschäftsstellen, bei der Deutschen bleiben in wenigen Jahren nur noch 500, bei der HVB sind es nur noch 340. Sicherlich sind nicht alle Filialen profitabel, aber gerade bei den Geno-Banken und den Sparkassen gehört die Verwurzelung in der Fläche zum eigenen Selbstverständnis.

Wenn man an der Kostenschraube drehen will, muss man eher fragen, warum die Sparkassenorganisation aus 590 Unternehmen, davon über 417 eigenständigen Sparkassen mit eigenen Vorstandsetagen bestehen muss. Bei den Genossen sind es alleine 1047 Banken mit genausovielen Vorständen. Mittelalterliche Kleinstaaterei, Konkurrenzdenken zwischen Banken der gleichen Gruppe, nicht abgestimmte Strategien kosten ein Mehrfaches als ein paar hundert kleine Filialen, die eine hohe Kundenbindung erzeugen.

 

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