Bankensterben? – Kundenfokussierung !

Immer wenn die Bundesbank die neue Bankenstatistik veröffentlicht, glauben die Schreiberlinge der Gazetten fette negative Schlagzeilen produzieren zu müssen. Vom großen Bankensterben wird geschrieben und dass die Anzahl der Banken seit 1990 halbiert wurde.

  2013   2014  
Banktyp Institute Filialen Institute  Filialen
Großbanken inkl. Postbank 4 7.610 4 7.443
Regional, Wertpapierhandelsbanken und sonstige Kreditbanken 206 2.424 201 2.385
Landesbanken 9 434 9 408
Sparkassen 417 11.552 416 11.951
Genossenschaftliche Zentralbanken 2 11 2 11
Volks- und Raiffeisenbanken (Kreditgenossenschaften) 1.065 11.335 1.031 11.072
Summen 1.703 33.366 1.663 33.270

Quelle Deutsche Bundesbank. Banken ohne echten Filialbetrieb und Bausparkassen etc. wurden hier weggelassen.

Und wo ist da die Sensation? 1995 hatten 3.785 Banken 52.000 Filialen (ohne Postbank), heute gibt es 32.000, verteilt auf  1.662 Banken. (Wegen der Vergleichbarkeit wurde die Postbank hier jeweils herausgerechnet. 1990 flossen 20.000 Filialen in die Statistik ein, heute wegen veränderter Struktur „nur“ noch 1100) Die fusionierten Banken sind im Durchschnitt größer geworden und sie bieten meist nur an, was sie verkaufen können. Wenn man dem Kunden nicht klar machen kann, dass er vom Filialbesuch einen Nutzen hat, braucht man diese Schnittstellen nicht mehr anzubieten. Dass manche anderen Kunden dann auch noch weglaufen ist bitter, aber selbstverschuldet. Wenn die meisten Kunden glauben, dass sie im Internet besser versorgt werden, als in der Geschäftsstelle, muss man sich fragen, warum? Mithilfe von 60.000 Geldausgabeautomaten hat man die Kunden aus den Geschäftsstellen herausgeworfen und jetzt wundert man sich, dass sie nicht zurückkommen. Bargeld ist der Grund, warum 95% der Menschen zur Bank gehen. Wenn er selbiges draußen bekommt, wird er auch draußen bleiben. In Zukunft bekommt er sein Bargeld vermehrt direkt im Handel, dann werden auch die GAA verschwinden. (Mittlerweile drehen viele Banken massiv an der Gebührenschraube für Geldauszahlungen am Automaten für „Fremdkunden“, die will man offensichtlich erst recht abschrecken. Wenn man Kunden abschreckt, darf man sich überhaupt nicht mehr wundern). Die Banken wollen zusätzlich auch nichts mehr vom Bargeld wissen, es sei zu teuer. Damit sägt man sich den eigenen Ast ab.

Das ist die Sensation. Das Bankensterben kommt erst noch. Vielleicht werden aus 1663 Banken bald 220 mit über 30.000 Filialen. Wie das gehen soll? Alle Sparkassen fusionieren und alle Geno-Banken auch. Dann haben diese Banken die kritische Masse, wirklich etwas zu bewegen. Wir sind gespannt, wann das sein wird und was dann die Gazetten schreiben werden.

 

 

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