Karten statt Bargeld? Ein Beispiel für Naivität.

Bezahlmethoden. Grafik©Achim Munck

Bezahlmethoden. Grafik©Achim Munck

Wieder mal ein Beispiel, für die Ahnungslosigkeit mancher Schreiberlinge und wieder mal beim BILD-Zeitungsverlag. DIE WeLT schreibt heute unter der Überschrift: Kreditkarten: Wo Verbraucher trotz Gebührensenkung draufzahlen, dass die Politiker in der EU die Deckelung des Interbankenentgeldes für der Bezahlung mit Bank- oder Kreditkarten entschieden hätten, um die Preise zu senken.

Wie naiv kann man denn sein. Der gebeutelte Handel wird die zusätzliche Marge von ca. 450 Millionen pro Jahr einstreichen. Es ist auch im Vergleich zum Gesamtumsatz im Einzelhandel weniger als 1 Promille.  Die Fehleinschätzung liegt in der offensichtlich nicht verstandenen Strategie der Politiker in der EU. Vielen ist das Bargeld ein Dorn im Auge, weil die Bürger, insbesondere die Deutschen, aber auch die Spanier und Italiener sich die Freiheit nehmen, anonym zu bezahlen. Nach dem Motto, es geht wirklich keinen etwas an, was und wo ich einkaufe. Mit der Gebührensenkung wollten die Damen und Herren in Brüssel doch wohl eher den Handel motivieren, den Konsumenten zu mehr Kartenzahlungen zu drängen. Das Bargeld kostet im Schnitt ein Prozent vom Umsatz. Wenn die Karten nur noch 0,2% oder 0,3% kosten, ist das eine deutliche Motivation für den Handel, diese Art der Bezahlung durch geeignete Maßnahmen zu forcieren. Das könnte zum Beispiel durch eine deutliche Reduzierung der Barzahlungskassen geschehen.

Der Schuß wird aber wohl nach hinten losgehen, da die Banken und Sparkassen ihren Einnahmeausfall durch höhere Gebühren für die Karten ausgleichen werden. Da wird sich mancher Konsument überlegen, ob er überhaupt noch eine Karte braucht. Die Folge könnte mehr statt weniger Bargeld bedeuten. Hier haben sich die Politiker wieder mal einen Bärendienst erwiesen und den Handel und die Geldinstitute gleich mit bestraft.

Trotzdem ist der Artikel in der Welt lesenswert, da anschauliche Infografiken zu sehen sind, die ich wegen des Urheberrechts nicht einfach kopieren darf.

Ihre Bewertung des Beitrags
[Gesamt:1    Durchschnitt: 4/5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *