Erfolgreiche Bilanz gegen Falschgeldumlauf


Noch nie wurden so viele gefälschte Banknoten aus dem Geldkreislauf entfernt, wie im letzten Jahr. Das kann man als Erfolg oder auch als Misserfolg verkaufen. So schreibt die Bundesbank in ihrer Pressenotiz von heute: „Deutlich mehr Falschgeld in Deutschland.“ und die EZB schreibt „Zahl der Fälschungen im zweiten Halbjahr leicht zurückgegangen.“ Ja was stimmt den nun? Beides ist richtig, jedoch stimmt, wenn man es genau nimmt, nur der Einleitungssatz dieses Beitrags. Weder die Bundesbank, noch die EZB weiß zu 100% genau, wieviel Falschgeld tatsächlich im Umlauf ist, sie kennen nur die entdeckten Fälschungen. Allerdings ist aufgrund der entdeckten recht leicht auf den tatsächlichen Falschgeldumlauf  zu schließen, er ist deckungsgleich mit der Verschiebung von wenigen Tagen. Warum das so ist?

Wie funktioniert denn der Bargeldkreislauf? 99% der Scheine größer 10 € landen beim Handel und dann unmittelbar beim Wertdienstleister oder einer Bank, die das Geld mit geprüften Maschinen prüfen. Hier fällt jede Fälschung auf. Ein Teil der kleineren Stückelungen wird als Wechselgeld herausgegeben und bleibt weitere Tage um Umlauf zwischen Handel und Verbraucher, bis diese Scheine auch über Bank oder Wertdienstleister den Weg zurück zur Bundesbank finden. Es sei denn, die Bank „recycelt“ das Geld, das heißt sie prüft es zusätzlich auf Umlauffähigkeit oder Fitness und lädt ihre Geldautomaten mit diesen Scheinen. Falls die Scheine in so genannte KEGA, also Geldautomaten, die auch Geld annehmen, eingezahlt werden, fallen sie dort auch auf und werden getrennt behandelt.

Banknotenprüfer. Foto©achim Munck

Banknotenprüfer. Foto©Achim Munck

Der geschilderte Kreislauf ist auch eine Erklärung dafür, dass man als Normalbürger, kaum die Chance hat, mit einer Fälschung in Berührung zu kommen. Es sei denn, man bekommt im Handel eine solche als Wechselgeld. Aber auch diese „Chance“ wird immer geringer, da an vielen Kassen die zum Bezahlen genutzten Scheine mit kleinen Detektoren geprüft werden. Es gibt hier natürlich auch viel Mist, wie z.B. Farbstifte, aber gute Detektoren mit integrierten Notenscannern sind heute bereits in der Lage, auch die aktuellsten Fälschungen zu erkennen. Wer sich aber 300er andrehen lässt, ist selbst schuld.

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