Ist denn schon wieder Weihnachten?

Schloss Wilkinghege bei Münster. Foto©2017 Achim Munck

 

Gefühlt war 2017 kurz wie nie. Und der Schreiber des Cashhandlingjournals war nicht sehr kreativ. Woran lags? Kein Bargeld oder keine Lust zum Schreiben?

Beim Bargeld tut sich tatsächlich wenig. Die Einführung des neuen 50ers lief reibungslos (Besser als die ersten Tage auf der neuen Schnellbahnstrecke München-Berlin). Fälschungen gibt es so wenige, dass der barzahlende Konsument kaum die Chance bekommt, eine solche mal in der Hand zu halten. Die Nichtskönner unter den professionellen Schreibern pinseln trotzdem unbeirrt den Untergang des Abendlandes herbei, wenn die Falschgeldstatistik veröffentlich wird. In Deutschland wird immer noch überwiegend mit Bargeld bezahlt, obwohl alle führenden Supermarktketten mittlerweile kontaktloses Bezahlen mit beliebigen Karten anbieten. Ich habe es probiert: schnell, einfach und beißt nicht. Natürlich könnte mir jemand ein Lesegerät an den Hintern halten und Geld von meiner Kreditkarte holen. Mal sehen, wann die ersten Berichte über derartige Diebstähle auftauchen werden.

Bitcoinspekulaten spielen verrückt, der Kurs hat sich in 2017 verzwanzigfacht. Wann werden wohl die Anstifter dieses Wahnsinns Kasse machen?

Die normalen Coins, kosten die Shops und Cash Center oft mehr als sie wert sind, trotzdem traut sich hierzulande offensichtlich niemand, diese überflüssigen verkupferten Münzen abzuschaffen.

Allerdings fangen einige dominierende Handelsketten an, zumindest ihre Kassenbüros zu automatisieren und den Kassierern aller drei Geschlechter innovative Lösungen zur Abrechnung zur Verfügung zu stellen. Am POS ist man noch zaghaft, die Kundin könnte ja erschrecken.

Lösungen zur Geldbearbeitung werden mittlerweile ausschließlich in Fernost entwickelt und hergestellt, wenn man von den Geldsortierern für Nationalbanken absieht. Noch ist Japan führend, aber das Reich der Mitte holt erstaunlich schnell auf. Man geht dort mit einer hemdsärmeligen Entdeckerfreude zu Werk. Auch die Qualität ist bei einigen (wenigen) Herstellern bereits beeindruckend hoch. Der Wettlauf wird hochspannend werden.  Bei anderen HiTec Lösungen, wie Schnellzügen, Mobiltelefonen etc. ist China ohnehin bereits weit vorne. Bei Bezahlsystemen und Verkaufsplattformen übrigens auch. Die Öffentlichkeit hat hier nur noch nicht mitbekommen, wie schnell und konsequent Alibaba/AliPay hier hereinschwappt.

Ist das bedenklich? Ansichtssache. Zwei andere Entwicklung geben wirklich Anlass zur Sorge: Ein Narziss und Psychopath in den USA am roten Knopf, dessen Handeln nur davon getrieben ist, positiv in den Medien dargestellt zu werden und Milliarden von Dollars aus dem Staatshaushalt in die eigenen Tasche zu verschieben.

Das andere ist die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der die Rechner menschliche Fähigkeiten erlernen und ihre Erbauer in einigen Bereichen längst weit überholt haben. Aktuelles Beispiel ist der Computer AlphaZero der Google Tochter DeepMind, der, ausgestattet nur mit den Grundregeln von GO und SCHACH, nach wenigen Stunden des Selbstlernens die bis dahin weltbesten Computer vernichtend geschlagen hat. 100 : 0. Die menschlichen Großmeister haben schon lange keinen Hauch einer Chance mehr gegen diese Computer. Und es wird so weitergehen. Das Mooresche Gesetz, schon mehrmals totgesagt, gilt nach wie vor: Die Rechner verdoppeln ihre Fähigkeiten alle zwei Jahre. Es wird nicht bei Schach bleiben. Sicher. Die ersten selbstreplizierenden Computer gibt es bereits, ihre Produkte  sind besser als die „Eltern“.

Was bleibt uns in diesen Tagen zu tun, da wir eher weniger am Steuerruder der Weltgeschichte sitzen, oft unter Deck, jeder in seiner eigenen Galeere?

Gestalten wir doch mal konsequent unsere eigene Sphäre ein bisschen freundlicher und lebenswerter. Wirken wir positiv auf die Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben: Partner, Kinder, Mitarbeiter, Chefs, Freunde und Bekannte. Lächeln steckt an. Auch die Kassiererin im Supermarkt hat es verdient, oder der gerade im Weihnachtsgeschäft permanent überlastete Paketbote, selbst wenn er erst abends nach 19 Uhr zweimal klingelt, weil wir nicht innerhalb von 10 Sekunden an der Tür sind. 🙂

Springen wir doch mal aus dem Hamsterrad, vielleicht springen noch ein paar Kollegen (und -innen) mit, lassen wir mal den Email Tsunami alleine wehen. Er wird nach kurzem Aufbäumen von selbst abflauen wie ein nerviger Laubbläser mit leerem Akku. Garantiert. Ich habe es oft erfolgreich ausprobiert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch einige ruhige und besinnliche Tage zusammen mit Ihren Lieben.  Und viel Freude beim Pflegen und Ausbauen der positiven Grundhaltung im Jahr 2018.

Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und gute Gespräche in welchem Umfeld auch immer. Bleiben Sie gesund.

Achim Munck

…und nächstes Jahr schreibe ich wieder öfter.

Mailbox. Foto©2017 Achim Munck

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